Zur Besinnung kommen
Wer aufbricht, öffnet sich – und da ein Aufbruch oft nicht aus eigenem Antrieb geschieht, werden die, die aufbrechen, auch – manchmal schmerzhaft - aufgebrochen.Die Lukaskirchengemeinde muss aufbrechen. Mit dem Pfarrerwechsel erfolgt die lang angekündigte Reduzierung der Pfarrstelle auf 75 Prozent. Die Zeit ab Februar ohne Pfarrer macht weitere Veränderungen notwendig.
Die Lukaskirchengemeinde ist vorbereitet. Der Förderverein und die von ihm finanzierte Jugendreferentin verhindern viele Streichungen. Im Personalbereich hat man durch zusätzliche Arbeitsstunden für die Sekretärin für mehr Präsenz im Pfarrbüro gesorgt. Und dennoch wird es Einschnitte geben. So kann während der Vakatur der Gottesdienst nur im Doppeldienst mit den Nachbargemeinden aufrecht erhalten werden und muss vorübergehend um 11 Uhr beginnen. So ist das - wenn man aufbricht, verabschiedet man sich von liebgewonnen Gewohnheiten.
Die Bibel ist eine Sammlung von Aufbruchserzählungen. Abraham und Sarah verlassen ihr Heimatland genauso wie Naomi und Ruth. Unter der Führung des Mose bricht Israel auf. Auch die Weihnachtsgeschichten sind eine Serie von Aufbruchsgeschichten: Maria und Josef machen sich auf wie auch die Hirten und die Waisen.
So schmerzhaft der jeweilige Aufbruch war, nahezu immer sind es Erzählungen des Vertrauens, die davon berichten, dass Gott mit den Menschen aufbricht und die Hand über sie hält. Allen Erzählungen gemein ist, dass am Ende die Menschen finden, was ihnen versprochen ist: Ein gelingendes Leben, ein gelobtes Land oder den Heiland in der Krippe.
Man muss also aufbrechen, um den Heiland zu finden. Oder ist es umgekehrt? Gott muss aufbrechen, damit wir für den Erlöser aufgebrochen? Ohne Aufbruch kein Glaube, so scheint es. Oder ist es erneut andersherum? Ohne Glaube kein Aufbruch ins Leben – nur Verschlossenheit? Unzählige Male hat Jesus die Menschen angestoßen – aufgebrochen – damit sie Gott in ihre Herzen lassen.
Brechen wir also auf – gottbefohlen und voller Gottvertrauen, auf dass wir finden, was uns verheißen ist: Ein Leben in der Hand Gottes, das gelobte Land und der Heiland in der Krippe. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten.




