Zur Besinnung kommen
„Beziehungskisten“ sind eine tote Sache, weil sie in sich begrenzt sind und unfrei machen. „Beziehungslos“ ist der Tod, weil mit ihm Beziehungen abrechen. Das Beziehungs-Reich aber ist das ‚Reich Gottes, das uns versprochen ist (E. Jüngel).
Das liegt natürlich zu allererst an Gott selbst. So schwer das mit der Trinitität auch zu verstehen ist, eins aber ist doch klar: Gott selbst ist mit sich in und in sich selbst Beziehung. Vater, Sohn und Heiliger Geist durchdringen sich in einträchtiger Dreifaltigkeit.
Deshalb ist es auch konsequent, dass Gott sich mit dem Menschen in Beziehung setzt. Dazu muss er Mensch werden, denn zwischen Himmel und Erde bleiben Beziehungen brüchig. Und so setzt Gott sich mit dem Menschen in Beziehung – aus Liebe versteht sich, denn nur in Liebe können Beziehungen geführt werden. Sein Ziel: Er will dem Menschen ein(en) Beziehungs-Reich(tum) eröffnen wie ihn diese Welt jenseits von Eden noch nicht gesehen hat… - vielleicht auch gar nicht ertragen kann, was wiederum die Kreuzigung Jesu erklären würde. Er will uns einladen in sein Beziehungs-Reich, in dem Menschen voller Respekt und in Liebe miteinander in Beziehung treten, sodass wahres Leben möglich ist für Mensch und Welt. Entfacht von der Liebe Gottes wird letztlich auch der Tod als Ausdruck vollkommener Beziehungslosigkeit überwunden.
Beziehung ist das Gegenteil von Tod. Beziehung ist Leben – und Leben ist das, was uns versprochen ist: „Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ (Jahreslosung 2008). An Ostern haben wir den Sieg über die Beziehungslosigkeit gefeiert. Am kommenden Sonntag feiern wir Konfirmation und nehmen 12 Jugendliche als erwachsene Menschen in unsere Kirchengemeinde auf. Bald ist Pfingsten – das Fest, an dem der Heiligen Geist sein Beziehungsnetz ausgeworfen hat, das uns als Gemeinde und Kirche verbunden sein lässt mit den Christen weltweit. Zwischen diesen Festtagen sind wir als Kirchengemeinde aufgerufen, ein Beziehungsbeispiel zu geben. Darum geht es ja, dass wir auch im Alltag in Verbindungen bleiben mit Jesus Christus, mit unseren Mitmenschen und mit uns selbst.
Wir bleiben in Verbindung
Ihr Pfarrer





