Lebenswege

Der Tod steht fest - unser Gott aber ist in Bewegung. Aus dem Himmel heraus hat er sich auf den Weg gemacht, um die Herzen der Menschen zu bewegen. Er selbst hat sich bewegen lassen vom Leid der Menschen, so sehr, dass er ihnen in Leid, Schmerz und Tod an die Seite getreten ist. Der Tod steht fest - unser Gott aber ist in Bewegung. Aufgebrochen ist er, um die Macht des Todes aufzubrechen. Ein für allemal.

Die Erkenntnis, dass Gott sich nicht an einen Ort binden lässt, sondern unterwegs ist mit uns, ist alles andere als selbstverständlich. Es gibt viele Religionen, die ihre Götter an heiligen Orten „wohnen“ lassen. Den Glauben an den „Gott in Bewegung“ hat der Protestantismus noch einmal radikalisiert. Wir haben keine „heiligen Orte“ an sich. Unsere Kirchen sind nicht geweiht, sondern werden heilig, weil Menschen sie immer wieder durch ihren Glauben heiligen. Gott bewegt sich in den Räumen, wo Menschen sich im Vertrauen auf Gott in Bewegung setzen.

Und so glauben wir unseren Gott auf den Wegen des Lebens an unserer Seite. Das ist wichtig – in der Rückschau wie im Blick auf die Zukunft gleichermaßen. Das spüren in diesen Tagen die Konfirmanden und ihre Familien, die sich auf die Konfirmation vorbereiten. „Lebenswege“ lautet das Thema der Konfirmation. Es sind ja diese Feste an den Schwellen des Lebens, an denen wir besonders auf die Wege schauen, die hinter uns liegen beziehungsweise sich vor uns erstrecken. „Wo und wann hat Gott in meinem Leben etwas bewegt?“ „Wo war Gott in der langen Nacht auf dem Krankenhausgang, als ich um mein Kind bangte.“ Was wird sein in zehn oder zwanzig Jahren?“ „Werde ich einen Job finden?“ Fragen des Lebens nach „Lebenswegen“.

„Gott sei mit euch!“, sagen wir, und wir können es voller Vertrauen darin tun, dass Gott mit den Jugendlichen aufbricht in die Welt des Erwachsenseins. Wir wissen nicht, wo es sie hin verschlägt, welchen Weg sie einschlagen werden und wie lange er sein wird. Da wird es Irrwege geben. Sie werden umkehren müssen. Viele Male werden sie von neuem anfangen. Da wird es Steine geben. Sie werden den Wind im Rücken haben und dann wird er ihnen wieder ins Gesicht wehen.

„Gott sei mit euch!“, sagen wir, und wir können es voller Vertrauen tun, Weil Gott sich mit den Konfirmanden in Bewegung setzen wird. Er wird in ihrem Leben etwas bewegen. Er wird alle Wege mit gehen und wohin es sie auch verschlagen wird, am Ende werdet sie in seinen Armen landen. Das steht auch fest.

Ihr und Euer Pfarrer Jens Keil

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