Der Besuchsdienst

Der Besuchsdienst wurde 1987 durch den damaligen Pfarrer Thomas Utz ins Leben gerufen. Die Gruppe besteht z.Zt. aus 9 Frauen (8 aus der Gründerzeit) im Alter von 58 bis 75 Jahren.

 

Jedes Gemeindeglied ab 75 Jahren wird regelmäßig zum Geburtstag von einer dieser Damen besucht. Natürlich ergeben sich daraus auch zusätzliche Besuche z.B. bei Krankheit oder einem Trauerfall. Im Laufe der Zeit entwickelte sich teilweise auch ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis, da die Geburtstagskinder in der Regel immer von den selben Damen besucht werden. Über 250 Geburtstagsbesuche stehen jährlich in der Lukasgemeinde an.

Der Besuchsdienst trifft sich 3 bis 4mal im Jahr, um die Glückwünsche der Kirchengemeinde (Brief vom Pfarrer mit Geburtstagsbüchlein o.ä. und eine Karte mit der Jahreslosung) abzuholen. Wie oben bereits erwähnt, hat jede der Besuchsdienstdamen so "ihre Geburtstagskinder" -ist eine der Damen verhindert, wird der Besuch nachgeholt.

Bei diesem Treffen mit dem Pfarrer tauscht man sich über die Besuche aus, bespricht, wer krank oder einsam ist und wer vom Pfarrer unbedingt besucht werden sollte. Auch dies ist eine wichtige Aufgabe. Der Pfarrer ist darauf angewiesen, vom Besuchsdienst oder auch anderen Gemeindegliedern zu erfahren, wo ein Besuch angebracht oder dringend nötig ist. Auch die Besuchsdienstdamen besuchen manche Gemeindeglieder zusätzlich, wenn sie das Gefühl haben, es ist erforderlich.

Es ist für die Besuchsdienstfrauen ein gutes Gefühl, wenn sie spüren oder es ihnen gesagt wird, wie viel Freude ein Besuch bereitet. Ganz unterschiedliche Menschen werden besucht. Menschen, die einem hereinbitten und unendlich viel Zeit haben um zu reden (das muss man berücksichtigen), Menschen, die keine Zeit haben und einem an der Tür abfertigen (auch das weiß man beim nächsten Besuch), Menschen, die ihr ganzen Leben erzählen oder die unendlich traurig sind, Menschen, die die Stube voll mit Gästen haben und bei denen es lustig zugeht, Menschen, die auf Gott und die Welt schimpfen und Menschen, an die niemand denkt, für die man der einzige Besuch ist an ihrem Geburtstag. Auf alle muss man sich einstellen, allen will man ein wenig Freude bereiten oder dalassen.

Ein Wunsch für die Zukunft wäre, dass der Besuchsdienst vielleicht mit "jüngeren" Damen verstärkt wird und diese gute Sache weiterlebt.

Karin Scholl, Inge Bach