Die Mischung macht’s – Piraten und Rock-Jünger treffen auf Bach und Pachelbel

Draußen ein regnerischer Novemberabend, drinnen karibische Atmosphäre? So mancher, der an jenem Sonntag in der Dunkelheit noch unterwegs war, wunderte sich wohl, was da aus der Lukaskirche zu hören war. Bernhardt Klein, der Leiter des Posaunenchors, hatte sich beim Jahreskonzert nicht nur dafür entschieden, schwungvolle Melodien aus dem Film „Fluch der Karibik“ zu präsentieren, sondern er dirigierte seine Blechbläser dabei auch noch passenderweise mit rotem Kopftuch und Hakenhand. Besonders bei den neun Jungbläsern, die den Zuhörern an diesem Abend vorgestellt wurden, schindete er damit großen Eindruck.

Die Jungbläser unter der Leitung von Tina und Michael Schober gaben beim Jahreskonzert ihren Einstand. Hoch konzentriert und ernsthaft begleiteten sie den Posaunenchor mit selbstgebastelten Trommeln bei der abgewandelten „Sonata zum Klatschen“.

Der Chor, der den Jungbläsern großes Vorbild ist, hat nach inzwischen dreijähriger Ausbildung des bisherigen Nachwuchses Verstärkung erhalten und ist nun auf die stattliche Größe von 17 Blechbläsern angewachsen.

Im Wechsel mit stimmungsvollen Herbstgedichten, vorgetragen von der Organistin Barbara Harnisch-Sewien, spielte der Posaunenchor aber nicht nur karibisch-schwungvolle Klänge. Ohne Hakenhand gaben Bernhardt Klein und sein Chor Konzertklassiker wie den Pachelbel-Kanon oder Werke von Bach zum Besten. Klezmer-Klänge animierten die Zuhörer zum Mitsingen. Bei Songs aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“ konnte so mancher den Text, ohne dass er mit Beamer an die Wand geworfen wurde. Beim Tango wiegten sich ein paar Besucher in der Bank im Rhythmus der Musik. Mal kam romantische Stimmung auf, als „das Liebespaar – nennen wir sie mal Tina und Michael“ (Bernhardt Klein) im Duett spielte. Mal stampften alle im Takt mit, bevor ein beschwingtes Lied mit einem lauten „Hey“-Ruf abschloss. Kurzum: die vom Posaunenchor und von Rilke-, Kästner- und Endrikat-Gedichten geschaffene Stimmung beim Jahreskonzert unter dem Motto „Suites for my sweet“ kam gut an, und so mancher Ohrwurm begleitete den einen oder anderen Zuhörer wohl noch bis nach Hause.

Um die Zukunft der Lukaskirche zu sichern, engagiert sich der Förderverein für Lukas und sammelt emsig Spenden. In einer Pause zwischen den Musikstücken konnte Achim Tennert voller Stolz das Ergebnis in Form eines Schecks über 500 Euro an Ulrike Born übergeben.