Partnerschaft mit Stetten

 

Seit dem Jahre 1971 ist der Besuch von (nunmehr 20) behinderten Frauen aus der Dia­konie Stetten an einem Sonntag im Herbst und der Gegenbesuch in Stetten an einem Sonntag im Frühling fester Bestandteil des Gemeindelebens. Die Frauen aus Stetten tref­fen kurz vor dem Gottesdienst im Gehenbühl an der Lukaskirche ein und werden von ih­ren Gastfamilien oder ‑partnern erwartet und begrüßt. Man kennt sich z.T. schon seit über 30 Jahren und dementsprechend herzlich geht es auch zu. Gefühle wer­den nicht versteckt, sondern gezeigt und gelebt (laut und leise!). Dann wird ge­meinsam Gottesdienst gefeiert. Die Gemeinde wartet schon darauf, dass „Traude“ ihre Flöte auspackt und mit­flötet; auch unbekannte Lieder spielt sie nach einmaligem Hören fehlerfrei mit. Der Gemeindegesang ist an diesem Sonntag nicht immer so harmonisch, die Gäste sind nicht alle so musikalisch wie Traude, aber sie singen mit Leiden­schaft und Inbrunst – und das zählt.

 

Im Frühjahr findet dann der Gegenbesuch in Stetten statt. Auch hierzu sind interessierte Gemeindeglieder eingeladen. Zum größten Teil wird dies jedoch nur von den Gastge­bern wahrgenommen. Diese fahren in Fahrgemeinschaften zum Gottesdienst auf die Hangweide, von den Frauen schon ungeduldig erwartet und stürmisch begrüßt. Gemein­sam wird der Gottesdienst im Gemeindesaal besucht, an dem ca. 250 geistig behinderte Menschen teilnehmen. Es geht dort laut und fröhlich zu und man musste es erst lernen, mit einem Gottesdienst solcher Art fertig zu werden, seine Gedanken zu sammeln und der Predigt zu folgen; es ist immer wieder ein bewegendes Erlebnis. Nach dem Mittag­essen im Gemeinschaftssaal wird meist ein kleiner Spaziergang gemacht, evtl. werden neue Einrichtungen oder Häuser der Diakonie Stetten besucht, anschließend  gemeinsam Kaffee getrunken, gesungen und erzählt.